Für Long COVID gibt es bislang keinen etablierten objektiven Labortest. Das Forschungsprojekt «COVID Dogolomics» untersucht deshalb, ob die Erkrankung mit einer charakteristischen Geruchssignatur verbunden ist. Forschende der Tierärztlichen Hochschule Hannover, der Medizinischen Hochschule Hannover und der Technischen Universität Braunschweig sind an dem Projekt beteiligt.
Speziell trainierte Hunde prüften Urinproben von Menschen mit Long COVID, gesunden Kontrollpersonen und Menschen mit ähnlichen Krankheitsbildern. Nach Angaben des Forschungsteams konnten die Hunde die Long-COVID-Proben zuverlässig unterscheiden.
Anschliessend wurden dieselben Proben mittels Massenspektrometrie untersucht. Dabei lassen sich flüchtige organische Verbindungen (Volatile Organic Compounds, VOCs) erfassen – Stoffwechselprodukte, die Hinweise auf biologische Prozesse geben können. Mithilfe maschinellen Lernens identifizierte das Forschungsteam charakteristische Muster. Die Resultate stimmten auffällig gut mit den Ergebnissen der Hunde überein.
Dass zwei grundlegend unterschiedliche Verfahren spezifische Muster in den Proben erkennen, spricht für messbare Stoffwechselveränderungen bei Long COVID. Doch es gibt noch offene Fragen: Mehrere mögliche Schlüsselverbindungen wurden zwar gefunden, ihre chemische Struktur ist aber noch nicht vollständig geklärt.
Für die Forschung ist dies ein interessanter Fortschritt auf dem Weg zu verlässlicher Long COVID-Diagnostik.
Quelle: Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, 8. Juli 2026